the dreadful gate
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Rundum sicher

Einige Mythen und Vorstellungen der Sicherheitsrhetorik

Die Sicherheitspolitik in den Städten folgt zunehmend einer Rhetorik, die an klassische Mythen erinnert. Dabei handelt es sich um Geschichten, die von Machthabern (Priestern) erzählt wurden, um dem Volk die erschreckenden Unerklärlichkeiten der Welt mit Sinn zu füllen, die Gemeinschaft beisammenzuhalten und die eigene Machtposition zu stärken.
Der moderne Sicherheitsmythos beschwört Bedrohungen, die überall im Dunkeln lauern und die nur gebannt werden können, wenn die entsprechenden Orte kontrolliert werden, durch Videoüberwachung, Straßenbeleuchtung, Polizeistreifen. Einige der beschworenen Gefahren gibt es sicher wirklich, aber das ist irrelevant: indem eine bestimmte Form von Unsicherheit beschworen und mit einer bestimmten Stragtegie der Eindämmung verknüpft wird, ist die Angst in der Stadt ihrer realen Grundlage enthoben: Nicht der einzelne "gefährliche" Ort, sondern jede Ecke ist ein Gefahrenherd, und das Signal für die Gefahr sind ausgerechnet die Sicherheitstechnologien, die zu ihrer Eindämmung installiert wurden, denn warum wären sie sonst da? So reproduziert sich die Unsicherheit selber und verlangt nach mehr Sicherung.

Dieser Text ist außerhalb des Studiums für die Aktionsgruppe city.crime.control entstanden und versucht, Perspektiven gegen den Sicherheitswahn zu entwickeln. Er ist auch beim verwandten Projekt aktuelle kamera und in der alternativen Zeitschrift "Zypresse" erschienen und war die theoretische Grundlage, aus der später terrain vague entstanden ist. Ein wichtiger Text, wie Du siehst. Deshalb ist er auch gleich doppelt im Netz:

bei aktuelle kamera

und bei city.crime.control

.

Siehe auch
Was ist so gut an zerbrochenen Fenstern
und
Dekonstruktion des Verschwindens.




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