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Kriminalisierung von Jugendlichen durch Anti-Schund-Kampagnen

Diplomarbeit, beendet mitte 2002

Die Angst vor bunten Bildern

Hausarbeit, beendet anfang 2002

Dialektik des Jazz, oder: Warum Adorno den Jazz nicht mögen konnte

Hausarbeit, Sommersemester 1997


Es ist inzwischen ein Gemeinplatz, daß jedes Medium anfangs, wenn es noch nicht völlig etabliert ist, den Haß und die Ängste der bisherigen Hüter der kulturellen Werte auf sich zieht. Besonders wenn die Grenze zwischen Nutzern und Fassungslos-Davorstehern des neuen Mediums ungefähr der Grenze zwischen der jeweiligen Kinder- und der Elterngeneration entspricht, steht jedes Medium unter dem Verdacht, die Kinder zu verderben und wird besonders hart bekämpft.
Aber geht es um die Kinder? Geht es überhaupt um das neue Medium? Oder ist der gemeinsame Nenner der Medienkampagnen verschiedener Generationen ein anderer? Und was hat das alles mit Kontrolle zu tun?
Das massenhafte Aufkommen eines neuen Mediums bezeichnet gewöhnlich einen Wechsel der kulturellen Werte. Denn die bestimmt, wer Zugang zu den jeweils zentralen Medien hat. Wer diesen Wechsel nicht nachvollziehen kann, muß damit rechnen, zu den "Modernisierungs-Verlierern" zu gehören. Besonders deutlich zeigt sich das zur Zeit beim Internet.
Die Konfliktlinien der Kampagnen folgen dabei bekannten gesellschaftlichen Brüchen: zwischen Jugend und Erwachsenen (Beispiel Comics, aber auch so ziemlich jede Popmusik), sozialen Schichten, Bildungsschichten, zwischen ethnischen Gruppen (Jazz, Hip Hop) - meistens sind mehrere dieser Linien betroffen. So galt der Rock'n'Roll in den Fünfzigern nicht nur als jugendlich im schlimmsten Sinn (halbstark), sondern als als proletarisch, schwarz, blasphemisch, dumm und verdorben. Die Medienkampagnen sind auch Vehikel, bestehende Machtverhältnisse zu bestätigen.
Den Eltern geht es aber nie um solche Ziele. Es geht darum, die Kinder vor schlechten Einflüssen zu schützen. Denn sie glauben wirklich, daß diese in Gefahr sind. Und wieder geht es um Kontrolle - in der Frage: "wer hat Einfluß auf die Kinder?"
Man darf die Überzeugungskraft gesellschaftlicher Problemkonstrukte nie unterschätzen. Man darf auch die historischen Bedingungen nicht außer acht lassen. Problemkampagnen sind nicht zuletzt Hinweise auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen.
Oder kurz: die meisten Medienkampagnen sagen mehr über das Denken der Aktiven aus als über das jeweilige Medium.

Die beiden Texte zu Schund und Comics versuchen, mediale Konfliktlinien als gesellschaftliche zu begreifen und zu neuen Fragestellungen vorzudringen. Der Jazz-Text ist etwas anders gelagert und soll das Richtige im Falschen von Adornos, auf den ersten Blick rein elitärer, Jazz-Kritik würdigen.



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